Parzival –
ein Überblick



Vorwort

Dieses Werk versteht sich als Meilenstein zwischen den Epochen. Alles, was je gedacht wurde, wurde schon einmal ausgesprochen und alles, was je einmal ausgesprochen wurde, wird einmal vergessen.

Deshalb ist dieses Werk ein trigonometrischer Punkt zwischen den Vergesslichkeiten. Wenn wir das Alte verstehen wollen, müssen wir im Neuen forschen.





Inhalt des Epos

Parzival ist ein Epos über die Liebe und den Frieden, obwohl ununterbrochen gekämpft wird.
Gekämpft wird zu Ehren der Liebe
der >truiwen minne< (treuen Liebe)
oder um >minne sold< (Liebeslohn)
um >clare minne< (reine Liebe)
und um >minne ruiwe< (Liebesschmerz).
Friede herrscht letztlich zwischen Heiden und Getauften, denn sie sind so oder so gläubig.
Friede herrscht schließlich zwischen Verwandten, und Versöhnung entsteht zwischen Feinden.
Friede kehrt ein zwischen Mann und Frau.

Erstaunlich gegenwartsnah werden die problematischen zwischenmenschlichen Beziehungen geschildert, eingebettet in die Selbsterkenntnis, die zu einer toleranten und gerechten Gesellschaft führt.
(Man bedenke, es ist das 12. Jahrhundert.)